Telemanns Vokalmusik – Über Texte, Formen und Werke, hrsg .v. Adolf Nowak u. Andreas Eichhorn, Hildesheim: Georg Olms Verlag 2008 (Studien und Materialien zur Musikwissenschaft 49), ISBN 978-3-487-13832-9

 

 

Georg Philipp Telemann (1681-1767) war in allen Bereichen der Instrumentalmusik und der Vokalmusik höchst produktiv und galt seinen Zeitgenossen als moderner und besonders innovativer Komponist, der sich von Ideen und Impulsen der Aufklärung beflügeln ließ.

Die hier versammelten Aufsätze handeln von der noch wenig erforschten Vokalmusik Telemanns, unter besonderer Berücksichtigung derjenigen Gattung, die den größten Raum in ihr einnimmt, der kirchlichen Kantate. Die Kantate wird nach ihren Formen, Funktionen und Traditionen befragt, die ihr zugrunde liegende Dichtung wird unter literatur- und ideengeschichtlichen Gesichtspunkten untersucht. Darüber hinaus kommen verwandte Gattungen wie die weltliche Kantate, das Oratorium und die Oden- und Liedkomposition zur Sprache.

Ein übergreifendes Interesse gilt den Einflüssen der Aufklärung und ihrer Ästhetik auf die Vokalmusik Telemanns, wobei sich der Begriff der „Klangrede“, wie er von Telemanns Zeitgenossen Johann Mattheson geprägt wurde, als besonders fruchtbar erweist. Dass sich die Musik an Sinngliederung, Sprachmelos und Bildlichkeit der Rede orientiert und dass sie im Durchgang durch diese rhetorische Ausrichtung ihre besondere Autonomie in Konstruktion und Ausdruck gewinnt, ist für die Musikästhetik der Aufklärung ein zentraler Gedanke, der in der Musik Telemanns deutlich hervortritt.

 

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Christiane Jungius: Telemanns Frankfurter Kantatenzyklen, Kassel: Bärenreiter 2008 (Schweizer Beiträge zur Musikforschung 12), ISBN: 978-3-7618-1998-2

 

 

Obwohl die Komposition von Kirchenmusik Georg Philipp Telemanns zentraler Schaffensbereich war, stand eine umfassende inhaltliche Auseinandersetzung mit diesen Werken bislang noch aus. Die in Frankfurt am Main entstandenen fünf Kirchenkantaten-Jahrgänge für vier Vokalstimmen und Begleitung haben die evangelische Kirchenmusik bis weit über das 18. Jahrhundert hinaus geprägt.

Basierend auf der detaillierten Durchsicht der verfügbaren musikalischen Quellen werden diese Werke hier betrachtet. Im Fokus stehen Telemanns Umgang mit dem zu vertonenden Text, jahrgangsübergreifende kompositorische Merkmale, aber auch die Aufarbeitung ihrer Rezeption.

 

 

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Simon Rettelbach: Trompeten, Hörner und Klarinetten in der in Frankfurt am Main überlieferten "Ordentlichen Kirchenmusik" Georg Philipp Telemanns, Tutzing: Hans Schneider 2008 (= Frankfurter Beiträge zur Musikwissenschaft 35), ISBN: 978-3-7952-1261-2

 

 

 

Standen bislang in der Erforschung der Rolle und Funktion der Blechblasinstrumente in der Kirchenmusik der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Namen J.S. Bach und G.F. Händel deutlich im Vordergrund, schließt die Arbeit Simon Rettelbachs anhand der Untersuchung der Werke Telemanns eine Lücke in der Kenntnis um die Geschichte der Trompeten, Hörner und Klarinetten dieser Zeit.

Anhand des weltweit einmaligen, nahezu geschlossen erhaltenen Bestandes an Kirchenstücken Telemanns der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main untersucht die Arbeit instrumentenkundliche, symbolische, satztechnische und spielpraktische Aspekte um sich im letzten Abschnitt auch der Frage nach den zeitgenössischen Interpreten und Aufführungsbedingungen zu widmen. Wer das durch die Telemannforschung der letzten 20 Jahre neu gezeichnete Bild des Komponisten Telemann verfolgt hat, wird sich nicht wundern, dass auch in der Verwendung der hier untersuchten Instrumentengruppe eine intensive Auseinandersetzung mit den Bezügen zwischen Text und Musik, innovative Satztechniken und Experimentierfreude in der Instrumentation – Telemanns Klarinettenpartien beispielsweise gehören zu den frühesten überhaupt – seinen Kompositionsstil charakterisieren.

 

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Georg Philipp Telemanns Passionsoratorium „Seliges Erwägen“ zwischen lutherischer Orthodoxie und Aufklärung. Theologie und Musikwissenschaft im Gespräch, hrsg. v. Martina Falletta, Annette Mehlhorn, Ulrich Siegele, Frankfurt am Main: Haag und Herchen 2005 (Arnoldshainer Texte 127), ISBN: 3-89846-311-7

 

 

Georg Philipp Telemann gilt als die herausragende Musikerpersönlichkeit der deutschen Aufklärung. Andererseits bekennt er selbst, dass er „allemahl die Kirchen-Music am meisten werth geschätzet, am meisten in andern Autoribus ihrentwegen geforschet, und auch das meiste darinnen ausgearbeitet habe“. Für die heutige Wahrnehmung scheint darin eine Spannung zu liegen. Wie aber hat Telemann selbst, wie haben seine Zeitgenossen in Deutschland das Verhältnis von Aufklärung und Kirchenmusik bestimmt? Wie kommt in Telemanns Kirchenmusik die Ästhetik der Aufklärung, wie die lutherische Orthodoxie zur Geltung?

Als Bezugspunkt zur philosophie- und theologiegeschichtlichen, kirchen- und musikgeschichtlichen Situation diente Telemanns Passionsoratorium „Seliges Erwägen“ aus dem Jahr 1722, ein Werk, dessen Text und Musik von demselben Verfasser stammen.

 

 

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Telemann in Frankfurt. Bericht über das Symposium Frankfurt am Main 26./27. April 1996. Im Auftrag der Frankfurter Telemann-Gesellschaft herausgegeben von Peter Cahn, Mainz: Schott 2000 (Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte 35), ISBN: 3-7957-1337-4

 

 

Georg Philipp Telemanns Wirken als städtischer Musikdirektor in Frankfurt/Main (1712-1721) hat im Musikleben der Stadt bleibende Spuren hinterlassen. Im Zentrum dieser Veröffentlichung steht sein umfangreiches Kantatenwerk, dessen Gliederung nach Jahrgängen anhand neuer Quellenfunde nunmehr ermöglicht wird. In Beiträgen namhafter Telemann-Forscher werden außerdem sein Konzertschaffen, die Brockes-Passion (1716), Festmusiken und Opern, die Kammermusik und die Ästhetik Telemanns behandelt. Als bisher unbekanntes Dokument enthält der Band Telemanns Bewerbungsschreiben (1712), ferner den Abdruck zweier Arien aus den verlorenen „Davidischen Oratorien“ (1718), die aus einer Parodie des Frankfurter Patriziers Johann Friedrich Armand von Uffenbach rekonstruiert werden konnten.

 

 

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