5. September: Aufführung der Serenata "Deutschland grünt und blüht im Friede" sowie der Kirchenmusik "Auf Christenheit begeh' ein Freudenfest", die beide zur Geburt des Habsburgischen Thronfolgers Erzherzog Leopold 1716 komponiert wurden
Urteil der Presse: Hurra, ein Junge!
"Telemann konzipierte sein Werk dem repräsentativen Anlaß gemäß anspruchsvoll; [...]. Daß Telemanns espritvolle Vertonung dennoch auch heute zu faszinieren vermag, war die eigentliche Überraschung der einhellig positiv aufgenommenen Frankfurter Wiederbelebung."
Bernhard Drobig, Concerto Oktober 1993
Datum ???: Aufführung der Brockes-Passion; einem Werk Telemanns mit dem er das moderne Konzertleben begründete.
Begleitend dazu gab es drei Vorträge mit unterschiedlicher Thematik ("Das Frankfurt Telemanns - Kirchlich, sozial, musikalisch"; "Die Passionsoratorien Telemanns"; "Telemann-Brockes-Passion - heute - mit Musikbeispielen").
Teilnahme am Projekt "Wissenschaftsstadt Frankfurt am Main - Bürger stiften Wissen. Engagement für Forschung und Wissenschaft"
Die Frankfurter Telemann-Gesellschaft präsentierte hier in vier Vitrinen Dokumente zur Biographie Telemanns (u.a. seine Bewerbung und Bestallungsurkunde als städtischer Musikdirektor), zu den musikalischen Quellen (vom Originalmanuskript über die Transkription bis zur Entstehung einer modernen Ausgabe); Mitglieder der Gesellschaft standen den Bürgern und Schülergruppen Rede und Antwort; in einem Konzert konnten Werke von Telemann und dem Darmstädter Komponisten Grünewald dargebracht und erläutert werden.
24. April, Ostermontag, Kantatengottesdienst in der Alten Nikolaikirche am Römerberg
Im Rahmen eines Kantatengottesdienstes führten das Kammerorchester der Jungen Sinfoniker Frankfurt, der Choir of Christ the King sowie die Solisten Diane Severson (Sopran), Franz Kaern (Tenor) und Harald Wittkop (Bass) je eine Kantate von Johann Peter Kellner und Georg Philipp Telemann auf.
Urteil der Presse: Auf Wiederhören
"Seit über 200 Jahren waren diese beiden Kantaten nicht mehr aufgeführt worden: ‚Du bereitest vor mir einen Tisch" von Johann Peter Kellner und "Christ ist erstanden von der Marter" von Georg Philipp Telemann. Zwei junge Musikwissenschaftler haben sie wieder aus den Archiven der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt geholt und aus den nur handschriftlich vorliegende Noten im Rahmen ihrer Magisterarbeit in modernen Aufführungsmaterial umgeschrieben."
Ulrike Wenckebach, Frankfurter Rundschau vom 18.5.2000
26. November: Kantatenkonzert in der Festeburgkirche
Auf dem Programm standen die Kantate "Jesus Christus unser Heiland" (TVWV 1:976) aus dem sogenannten "Französischen Jahrgang, aufgeführt in Frankfurt im Kirchenjahr 1714/15. Den Text zur Kantate "Herr lehre uns bedenken" (TVWV 1:763) hat Telemann selbst verfasst. Sie stammt aus dem sogenannten "Concerten"-Jahrgang (1719/20) und zeichnet sich durch textausdeutende Madrigalismen aus. Als dritte Kantate des Abends erklang "Herr ich bin beide dein Pilgrim und dein Bürger" (TVWV 1:758) aus dem Simonis-Jahrgang.
Urteil der Presse: Solistenquartett als Chor
"So brachte jetzt der Frankfurter Musikwissenschaftler und Alte-Musik-Spezialist Eric Fiedler, der als Vorstandsmitglied der Telemann-Gesellschaft in deren Auftrag schon einige Kompositionen Telemanns aus dem Bestand der [Stadt- und Universitäts]Bibliothek im eigenen Verlag herausgegeben hat, mit dem ‚Telemann Consort Frankfurt' in der Festeburgkirche fünf erstaunlich hochkarätige werke zur historischen Erstaufführung. Fiedler hielt sich dabei eng an die historische Aufführungspraxis. Wie aus seinen wissenschaftlich fundierten Erläuterungen im Programmheft hervorging, hatte Telemann in Frankfurt nämlich mit ähnlich widrigen Umständen zukämpfen wie Bach in Leipzig. Demnach konnten die Chorstimmen offenbar häufig nur einfach besetzt werden. Das heißt: Solistenquartett und Chor waren identisch.."
Guido Holze, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28.11.2000